Eine Demenzerkrankung in ihren verschiedenen Stadien hat großen Einfluss auf die Ernährung der Betroffenen. Allein der Energiebedarf unterliegt großen individuellen Schwankungen. Durch den erhöhten Bewegungsdrang bzw. eine „innere Unruhe“ kommt es zu einem gesteigerten Energiebedarf. Eine weitere Besonderheit ist die verminderte Produktion von Speichel und Magensaft sowie eine reduzierte Enzymtätigkeit. Diese Veränderungen können zu einer Unverträglichkeit verschiedener Lebensmittel führen. Auch eine einseitige Ernährung bzw. ein Flüssigkeitsmangel können zu Verdauungsproblemen führen.

 

Anlegen einer Essbiografie 

Eine Essbiografie kann helfen Abneigungen und Vorlieben sowie Gewohnheiten des Betroffenen zu erfassen.

 

Essen im Hinblick auf die individuellen Fähigkeiten

Ist der Demenzkranke noch in der Lage, selbständig eine Gabel zu halten, dann sollte dies auch unterstützt werden. Hat er Schwierigkeiten beim Halten einer Gabel, kann zunächst durch einen Gabel mit dickem Griff das Greifen vereinfacht werden. Weiß er nicht mehr, was er mit der Gabel machen soll, so kann man ihm diese in die Hand geben. Oft hilft das schon beim Erinnern was man mit einer Gabel macht. Ist die Führung von Besteck nicht mehr möglich, kann man auf Fingerfood zurückgreifen, um die Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

 

Kau- und Schluckbeschwerden

Bei älteren Menschen kommt es häufig zu Beschwerden beim Kauen. Oftmals durch schlecht sitzende Zahnprothesen oder eine ungenügende Mundhygiene. Aber auch der Verlust der kognitiven Fähigkeiten führt zu Problemen beim Schlucken. Diese können durch geeignete Maßnahmen, wie das Andicken von Getränken, verbessert werden. Bei Schluckbeschwerden ist besonders bei der Einnahme von Medikamenten auf die Darreichungsform zu achten, beispielsweise transdermale Pflaster als Alternative zu Tabletten.

 

Getränkezufuhr

EINE ZU GERINGE FLÜSSIGKEITSAUFNAHME VERSTÄRKT DIE SYMPTOME DER DEMENZ!

Gründe für eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr:

  • Vergesslichkeit
  • Mangelndes Durstempfinden
  • Schluckbeschwerden
  • Inkontinenz bzw. Angst vor häufigen Toilettengängen

Verbesserung der Flüssigkeitszufuhr:

  • regelmäßige Erinnerung
  • zu jeder Mahlzeit Getränke anbieten
  • Getränke in Sichtweite an hochfrequentierten Orten bereitstellen
  • leere Gläser / Becher immer auffüllen
  • geeignete Trinkgefäße wählen, z. Bsp. Schnabeltasse, bunte Becher mit großen Henkeln
  • bei Schluckbeschwerden kann die Flüssigkeitsaufnahme durch Andicken erleichtert werden