Im Zuge des demografischen Wandels erreichen auch Menschen mit einer geistigen Behinderung ein höheres Lebensalter. Da aber mit zunehmendem Alter das Risiko an einer Demenz zu erkranken steigt, werden in den kommenden Jahren immer mehr Menschen mit einer geistigen Behinderung von demenziellen Erkrankungen betroffen sein. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behinderteneinrichtungen, Angehörige und auch für Betroffene selbst bedeutet das eine große Herausforderung.

Bei Menschen mit Behinderungen setzt nicht nur die Alterung früher ein, sie werden auch früher dement. Außerdem verlaufen die demenziellen Veränderungen bei ihnen auch oft anders und schneller. Der Verlust des Gedächtnisses, ihrer sozialen und emotionalen Fähigkeiten wirkt sich auf die Möglichkeiten, ihren Alltag zu bewältigen, massiv aus.

Die Wahrnehmung der Verluste und der eigenen Hilflosigkeit führt auch bei Menschen mit einer geistigen Behinderung häufig zur Entwicklung von Depressionen. Das Empfinden von Hunger, Durst und vor allen Dingen von Schmerzen können im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr ihrer Ursache zugeordnet werden. Der Verlust der Sprache und des Gedächtnisses führen dazu, dass die Patienten ihre Grundbedürfnisse nicht mehr richtig ausdrücken können. Hinzu kommt eine zunehmende Überforderung durch die Alltagssituation. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten können Auswirkungen auf die Stimmung, das Verhalten und die Mobilität haben.

Da der Aufklärungs- und Informationsbedarf zu diesem Themenbereich in unserer Region sehr hoch und derzeit noch sehr lückenhaft ist, hat das Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen eine Fachtagung „Demenz und geistige Behinderung – Ein Widerspruch in sich?“ organisiert. Am 6. Juni 2015 von 9.00 bis 16.30 Uhr fand diese Tagung im Städtischen Klinikum Görlitz gGmbH statt und richtete sich an alle Akteure aus der Behindertenhilfe, Interessierte und Angehörige des gesamten Landkreises Görlitz.

Für diese sehr gelungene Veranstatung mit mehr als 70 Teilnehmern aus ganz Sachsen möchten wir uns auch ganz herzlich bei unseren hervorragenden Referenten

  • Herr PD Dr. med. habil. Thomas Reuster (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Görlitz)
  • Frau OA Dipl. med. Kerstin Jahnke (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz)
  • Frau Prof. Dr. Sandra Müller (Professorin an der Ostfalia – Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fakultät Soziale Arbeit, Arbeitsgruppe "Geistige Behinderung und Demenz", Wolfenbüttel) 
  • Herr Manfred Kistel (Dipl. - Pflegewirt, Dozent im Gesundheitswesen, Oldenburg)

bedanken.

 

Ein ganz großes Dankeschön gilt auch unseren Sponsoren: