Sommer

 

 Gut beraten im Alter

Ab sofort gibt es in Görlitz wieder ein Beratungsangebot für ältere Menschen und Angehörige. Montags zwischen 14 und 16 Uhr ist eine ehrenamtliche Mitarbeiterin Ansprechpartnerin im Görlitzer Familienbüro auf dem Demianiplatz. Sie hilft bei Fragen rund um das Thema Versorgung und Leben im Alter. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.

Die Sprechstunde ist gedacht, um erste Informationen zu Hilfsangeboten und Unterstützungsmöglichkeiten zu geben. Bei Bedarf kann auch an spezialisierte Dienste und Einrichtungen vermittelt werden. Dieses Angebot ist ein gemeinsames Projekt des Geriatrie-Netzwerkes Ostsachsen und des Familienbüros Görlitz.

Die Sprechstunde wurde bereits im Jahr 2016 initiiert und sehr gut angenommen. Nach einem Jahr Pause auf Grund geänderter gesundheitspolitischer Richtlinien, kann es nun weiter gehen. In der Beratung liegt der Schwerpunkt zum einen auf der frühzeitigen Information über Angebote. Zum anderen ist es wichtiges Anliegen, dass die Angehörigen und Patienten den Träger ihrer Hilfeleistungen selbst wählen können.

 

Kontakt: Familienbüro Görlitz, Demianiplatz 7 | Tel.: 03581 - 8787333          

Öffnungszeiten des Familienbüros: Mo + Mi 10-17 Uhr, Di + Do 8-16 Uhr, Fr 10-14 Uhr

Beratung zu Fragen im Alter: montags 14-16 Uhr nach vorheriger Terminvereinbarung

Die Beratung ist kostenfrei.

Flyer_Fragen zum Alter 

 

Geänderte Richtlinien für die Netzwerkarbeit und eine neue Mitarbeiterin sorgen für Veränderungen im Geriatriezentrum

Seit Januar 2017 gibt es vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz Änderungen bezüglich der Aufgaben, Ziele und der Finanzierung von Gesundheitsnetzwerken. Dies betrifft auch das Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen am Städtischen Klinikum Görlitz. Laut Dr. Stefan Zeller, Direktor des Görlitzer Geriatriezentrums, sollen zukünftig die sektorenübergreifende verbesserte medizinische Versorgung, sowie die Prävention und Gesundheitsförderung von geriatrischen Patienten im Vordergrund stehen. Das bedeutet eine weitaus engere Zusammenarbeit mit den anderen Krankenhäusern sowie den niedergelassenen Ärzten im Landkreis bei der Versorgung von älteren Patienten mit einer Vielzahl an Erkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist zukünftig die Zusammenarbeit mit dem Pflegenetz des Landkreises Görlitz. Für das alles werden unter anderem neue Projekte vorbereitet und die Internetseite sowie der Flyer des Netzwerkes umgestaltet und an die neuen Anforderungen angepasst. Der effizientere Einsatz vorhandener Mittel sowie die Entwicklung und Erprobung einer erweiterten Patientenversorgung und -information, in Kooperation mit regionalen Versorgungsstrukturen, waren bis jetzt die  Schwerpunkte. Die bisherige Finanzierung durch die sächsischen Krankenkassen gewährt in den Jahren 2017/2018 voraussichtlich der Freistaat Sachsen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Als eines von vier Netzwerken in Sachsen arbeitet das Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen seit sechs Jahren mit weit über 200 Partnern aus dem gesamten Landkreis Görlitz zusammen. Im Fokus steht die Vernetzung der Strukturen für Senioren und deren Angehörige in der Region. In den letzten Jahren hat das Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen nicht nur verschiedenste Institutionen und Einrichtungen, welche im weitesten Sinne mit der Versorgung älterer Menschen zu tun haben, miteinander vernetzt, sondern auch fehlende Strukturen aus- bzw. aufgebaut. Regelmäßiger fachlicher Austausch und notwendige Versorgungs- und Beratungsangebote wurden koordiniert und organisiert, sowie die Bevölkerung für das Thema Demenz sensibilisiert. Viele der Projekte und Veranstaltungen waren nur dank der Unterstützung durch die Netzwerkpartner möglich.

 

 

Apotheken als Vermittler ins Netzwerk der Hilfe

Demenzkranke Menschen und pflegende Angehörige sind häufig im Alttag überfordert und stark belastet. Gleichzeitig wagt das Apothekenteam oft nicht, bemerkte Veränderungen anzusprechen. Um dem entgegenzuwirken und die Apotheke als regelmäßige Anlaufstelle für ältere Menschen zu nutzen, hat das Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ in Kooperation mit zehn Apotheken der Stadt und einigen umliegenden Gemeinden initiiert.

Apotheken können als niedrigschwellige und kompetente Anlaufstelle eine wichtige Wegweiserfunktion übernehmen! Das Wissen über und der Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten direkt in unmittelbarer  Wohnortnähe tragen dazu bei, den Alltag zu  erleichtern, die Lebensqualität zu steigern und so die Gesundheit von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu fördern. Die Apothekenmitarbeiten übernehmen dabei eine Lotsenfunktion.

Neben der Problematik, dass vorhandene Hilfsangebote Betroffenen und ihre Angehörigen oft viel zu spät erreichen, hat auch das namensgleiche Projekt in Augsburg, das von Apothekern und der Alzheimer Gesellschaft Augsburg (AGA) getragen wird, dazu beigetragen ein solches Projekt in Görlitz zu starten.

Damit die Mitarbeiter der demenzfreundlichen Apotheken ein Gefühl dafür bekommen, Kunden mit einer beginnende Demenz zuerkennen und anzusprechen, haben sie am eine ganztägige Schulung erhalten. Sie umfasste medzinische und pharmazeutische Grundlagen zu Alzheimer und Demenz sowie einen Überblick über Beratungs- und Entlastungsangebote in der Region. Abschließend bekamen die Apotheken ein Zertifikat mit dazugehörigem Logo „Leben mit Demenz – Demenzfreundliche Apotheke“, um auch nach außen erkennbar zu sein und möglichst viele Betroffene und Interessierte zu ermutigen, in der Apotheke Rat und Unterstützung zu suchen.

Im November 2017 gab es zum Thema Demenz / Umgang und Kommunikation eine weitere Schulung von etwa 40 Apothekenmitarbeitern.

Demenzfreundliche Apotheke Logo final

Hier finden Sie eine Auflistung aller teilnehmenden Apotheken.

 

 

 

Ehrenamtlicher Besuchsdienst für ältere Menschen am Städtischen Klinikum Görlitz gGmbH

Seit mehr als zwei Jahren besuchen nun schon dreizehn engagierte ehrenamtliche Mitarbeiter die meist hochbetagten Patienten unseres Geriatriezentrums sowie sechs anderer Stationen. Sie hören zu, reden über Alltägliches, Vergangenes oder Zukünftiges, gehen mit ihnen Spazieren oder sind einfach nur für unsere Patienten da.

Ehrenamtlicher Besuchsdienst 1

 

 

Schutzräume für Menschen mit Demenz

Seit Oktober 2015 gibt es in Görlitz Schutzräume für Menschen mit Demenz. Der Begriff Schutzraum steht für eine zeitweise Unterbringung mit professioneller altenpflegerischer Betreuung. Zugute kommt dies Menschen, die verwirrt und orientierungslos in Görlitz umherirren. Passanten rufen meist die Polizei zu Hilfe, die die dementen Personen mit zur Polizeiwache nimmt. Dort werden Identität und Wohnort ermittelt. Diese Recherche ist oft aufwändig und dauert Zeit. Währenddessen müssen die Menschen bislang auf der Wache bleiben. Demenzerkrankte bedürfen jedoch einer speziellen Versorgung, die durch die Polizei nicht gewährleistet werden kann.

Acht Pflegeeinrichtungen in Görlitz haben sich nun bereit erklärt, als Schutzräume zur Verfügung zu stehen. Sie nehmen die dementen Personen vorübergehend auf. Sobald Näheres ermittelt ist, werden sie von den Polizeibeamten an Angehörige oder ihre Betreuer übergeben. Die acht Einrichtungen sind allesamt Kooperationspartner des Geriatrie-Netzwerkes Ostsachsen am Klinikum Görlitz.

Pressemitteilung_Schutzräume